Eine Stimme, die berührt
Nicht nur auf der Bühne, sondern überall dort, wo Musik Menschen berührt, bewegt und miteinander verbindet. Singen ist für mich kein bloßes Ausführen einer Partitur – es ist ein lebendiger Ausdruck von Haltung, Neugier und innerer Bewegung. Jede Phrase beginnt mit einem bewussten Atemzug, jede Note trägt Bedeutung.

Meine musikalische Reise begann früh. Als Knabensopran im Mainzer Domchor stand ich schon in jungen Jahren vor großem Raum, großer Akustik und großem Publikum. Dort habe ich gelernt, was mich bis heute prägt: Konzentration, Disziplin – und die Erfahrung, dass Musik dann am stärksten wirkt, wenn sie ehrlich gemeint ist. Dieses erste Gefühl von Präsenz und Verantwortung hat mich nie wieder losgelassen.
──────── ♫ ────────Ausbildung und musikalische Wurzeln
Die professionelle Ausbildung vertiefte dieses Fundament. Im Studium entwickelte sich meine Stimme nicht nur technisch weiter, sondern auch künstlerisch. Technik wurde zum Werkzeug, nicht zum Selbstzweck. Mich interessierte von Anfang an die Verbindung: zwischen Text und Ton, zwischen innerer Vorstellung und äußerem Klang, zwischen handwerklicher Präzision und emotionaler Freiheit.
Mein Studium an der Musikhochschule in Frankfurt am Main absolvierte ich bei Professor Martin Gründler, wo ich mich mit Hingabe der Gesangskunst widmete. In dieser Zeit entdeckte ich meine Leidenschaft für den Oratorien- und Liedgesang. Zusätzliche Anleitung erhielt ich von Professor Karl-Heinz Jarius und Professor Charles Spencer, die meinen Weg entscheidend beeinflussten.
──────── ♫ ────────Eine Karriere auf den großen Bühnen der Welt
Als Tenor bewege ich mich bewusst in unterschiedlichen musikalischen Welten. Oper, Oratorium, Lied und Konzert sind für mich keine getrennten Disziplinen, sondern unterschiedliche Ausdrucksformen einer gemeinsamen Idee: Musik als unmittelbare Kommunikation. Gerade diese Vielseitigkeit hält meine Stimme beweglich und meinen Blick offen – für neue Programme, neue Kontexte und neue Begegnungen.

Meine Auftritte führten mich auf renommierte Bühnen und in internationale Konzertsäle. Doch unabhängig von Ort oder Rahmen gilt für mich immer dasselbe Prinzip: Jeder Auftritt ist ein Moment der Begegnung. Mit dem Werk, mit den Mitwirkenden, mit dem Publikum. Ich singe nicht für Menschen, sondern mit ihnen – im gemeinsamen Erleben von Klang, Text und Emotion.
Unter der Leitung großartiger Dirigenten sang ich unter anderem im Wiener Konzerthaus, im Teatro Colón in Buenos Aires, im Konzertsaal des Theaters in Jerusalem sowie in der Alten Oper Frankfurt und der Berliner Philharmonie. Besondere Momente waren auch meine Auftritte bei Festivals wie Musica Sacra in Rom und dem Musik-Festival Feldkirch.
Mediale Präsenz und künstlerische Vielfalt
Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Rundfunk, Fernsehen und Tonträgerproduktionen. Das Studio stellt andere Anforderungen als die Bühne: noch größere Präzision, noch feinere Nuancen, noch mehr innere Ruhe. Diese Arbeit schärft mein Hören und wirkt unmittelbar auf meine Bühnenpräsenz zurück. Beides gehört für mich untrennbar zusammen.
Meine Auftritte wurden von bedeutenden Rundfunkanstalten wie dem BR, HR, SWR sowie ARTE übertragen, und ich war Teil zahlreicher CD-Produktionen. Besonders stolz bin ich auf meine Zusammenarbeit mit dem Label Brilliant, wo ich Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“ und Mozarts „Der Schauspieldirektor“ einspielte. 2018 erschien die Johannespassion von Bach beim Label Naxos, 2019 folgte die Matthäuspassion.
──────── ♫ ────────Eine Stimme mit Vision
Was mich antreibt, ist ein grundsätzlich positives, nach vorne gerichtetes Denken. Musik ist für mich kein nostalgischer Rückblick, sondern eine lebendige Kunstform im Hier und Jetzt. Ich liebe Tradition – aber ich glaube ebenso an Entwicklung, an Offenheit und an die Kraft neuer Perspektiven.

Singen bedeutet für mich Verantwortung und Freude zugleich.
Verantwortung gegenüber dem Werk, dem Publikum und der eigenen Stimme. Freude an Ausdruck, an Tiefe und an den besonderen Momenten, die entstehen, wenn alles zusammenkommt. Wenn meine Stimme nachklingt und etwas in Bewegung bringt – einen Gedanken, ein Gefühl, ein inneres Lächeln – dann hat Musik genau das getan, wofür sie da ist.
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